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Heilpädagogische Fachthemen

Wohnqualität in Einrichtungen der Eingliederungshilfe

eine Fläche mit horizontalen Streifen in sechs Farben. Aufschrift: Do it yourself. Ein Handbuch zur Selbstbewertung der vollstationären Wohnsituation von Menschen mit einer geistigen Behinderung
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Ein Handbuch zur Selbstbewertung der vollstationären Wohnsituation von Menschen mit einer geistigen Behinderung

Kernstück dieses Handbuches sind Checklisten, die sortiert nach den üblichen Räumen einer Wohnung eine Vielzahl von Fragen zur Wohnqualität stellen und damit Hinweise auf Abweichungen vom Grundsatz der Normalität geben können.

Im LVR-HPH-Netz Ost haben die Kundinnen und Kunden ein Recht darauf, ganz normale Lebensbedingungen unter Wahrung ihrer persönlichen Integrität zu erfahren. Dazu erhalten sie genau das Maß an Unterstützung, das sie individuell wünschen und benötigen.

Zu diesem Recht auf normale Lebensbedingungen gehört für uns auch der Aspekt der Wohnqualität in den Wohnbereichen, die das LVR-HPH-Netz Ost seinen Kundinnen und Kunden anbietet. Der Begriff der Wohnqualität ist zwar ein subjektiv zu bewertender Inhalt, entbehrt jedoch nicht einer rechtlichen Grundlage, in der maßgeblich das Recht auf Normalität und Selbstbestimmung verankert ist. Unter Wohnqualität verstehen wir deshalb die grundsätzliche Beschaffenheit des Wohnens, welche sich maßgeblich an der Normalität orientieren soll.

Um ein individuell empfundenes Zuhause-Gefühl für unsere Kundinnen und Kunden zu erreichen, ist die persönliche Zufriedenheit der einzelnen Bewohnerinnen und Bewohner der entscheidende Gradmesser und Navigator unseres Handelns.

Von diesem Gedanken ausgehend hat das LVR-HPH-Netz Ost ein solches Handbuch entwickelt. Die darin enthaltenen Checklisten sollen Bewohnerinnen und Bewohner, Angehörige, Mitarbeiterinnen usw. dazu einladen, eine eigene Bewertung der vollstationären Wohnung vorzunehmen. Sie sollen auch Anbieter solcher Wohnungen dazu einladen, anhand einer solchen Erhebung zu einem Vergleich zu kommen und Entwicklungsmöglichkeiten zu erkennen.

Die Erkenntnisse des Handbuchs zur Selbstbewertung offenbaren neben den Verbesserungspotentialen in der Praxis, dass ein selbstbestimmtes, normales Wohnen nur dann wirklich gelingen kann, wenn die Bewohnerinnen und Bewohner dazu ermutigt werden, ein Bewusstsein für ihr eigenes, privates Zuhause zu entwickeln und auszubauen. Das setzt voraus, dass die professionelle Unterstützung mit demselben Bewusstsein und der individuell orientierten Haltung diesem Bedürfnis der Bewohnerinnen und Bewohner begegnet.

Aus dieser Erkenntnis erwächst die Pflicht professioneller Unterstützung zur Ermutigung hin zu einem Bewusstsein:

Ich habe ein Recht ...
auf ein normales Zuhause
mein Zuhause zu gestalten
mich Zuhause fühlen zu können